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Gleiche Rechte für alle?
200 Jahre Jüdische Religionsgemeinschaft in Baden
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region organisiert vom 15. Juli bis 27. August 2010 zusammen mit der Stadt und dem Landkreis Konstanz, der Jüdischen Gemeinde Konstanz, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz, der Volkshochschule Konstanz-Singen und dem Hegau-Geschichtsverein die Ausstellung „Gleiche Rechte für alle? 200 Jahre Jüdische Religionsgemeinschaft in Baden“im Landratsamt Konstanz am Benediktinerplatz 1.
Die Ausstellung hat von Montag bis Donnerstag zwischen 8 – 12 Uhr und 14 – 16 Uhr sowie am Freitag zwischen 8 – 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erschienen, die vom Landesarchiv Baden-Württemberg herausgegeben und von Uri R. Kaufmann zusammen mit Rainer Brüning bearbeitet wurde. Führungen für Gruppen und Schulklassen können beim Kreisarchiv unter 07531 / 8001901 oder kreisarchiv@lrakn.de angemeldet werden.
Das Jahr 1809 bildet eine wichtige Zäsur in der Geschichte der Juden in Baden. Das junge Großherzogtum erkannte als erster Staat in Deutschland die jüdische Religionsgemeinschaft auf Dauer an. Der „Oberrat der Israeliten Badens“ wurde geschaffen. Die Wanderausstellung des Landesarchivs Baden-Württemberg greift das 200-jährige Jubiläum der „Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden“ auf und zeichnet in einem großen Bogen die Geschichte der Juden in diesem Raum vom Mittelalter bis in die Gegenwart nach.
Innen- und Außensichten wechseln einander ab. Es ist die Rede von angesehenen jüdischen Hoflieferanten, Textilhändlern und Kaufleuten, aber auch von gering geachteten Hausierern und Betteljuden. Die Ausstellung schildert in vielen Facetten die badisch-jüdische Geschichte. Zahlreiche Dokumente und Exponate aus dem In- und Ausland verdeutlichen, welchen Beitrag die jüdische Bevölkerung zur Entwicklung Badens vor allem im 19. Jahrhundert leistete. Die Ausstellung dokumentiert den langen Kampf um die bürgerliche Gleichstellung dieser religiösen Minderheit – auch und gerade gegen antisemitische Angriffe und Diffamierungen.
Die Zerstörung rechtsstaatlicher Ordnungen im Nationalsozialismus, die Verfolgung und Ermordung jüdischer Bürger stellt die Frage nach Verantwortung und Widerstand. Die Schilderung des jüdischen Lebens in der Gegenwart berichtet vom mühsamen „Aufbau nach dem Untergang“. Die Ausstellung wird ergänzt durch einen vom Kreisarchiv Konstanz erstellten regionalen Teil über die ehemaligen jüdischen Gemeinden im Hegau und am See.
Begleitveranstaltungen zur Ausstellung:
Sonntag, 5. September, ab 11.00 Uhr
Europäischer Tag Jüdischer Kultur –
Kunst und Judentum
11.30 Uhr : Kunst und Judentum
(Vortrag); 13.30 Uhr Wolfgang Hudel: Durch das
jüdische Konstanz (Stadtführung); 16.00 Uhr Konzert
Elija Avital – Erzählungen aus der Bibel – Chansons
und Geschichten mit Akkordeon und Trommel, 18.00 Uhr Koscheres Buffet. (Das ganze Programm bitte unter info@jg-konstanz.de anfordern.)
Jüdische Gemeinde Konstanz, Obere Laube 48,
Eintritt frei
Dienstag, 21. September, 19.30 Uhr
Dr. Uri R. Kaufmann. Dossenheim, referiert über
Jüdische Ritualbäder im süddeutschen Raum
und die Frage nach der Emanzipation der jüdischen
Frau im 19. Jahrhundert
vhs Konstanz, Katzgasse, Astoria-Saal, Eintritt frei
Dienstag, 28. September, 19.30 Uhr
Vortrag von Dr. Jakob Eisler über
Der Johanniterorden und die württembergischen
Templer in Jerusalem im 19. und 20. Jahrhundert
vhs Konstanz, Katzgasse, Raum 07, Eintritt frei
Dienstag, 5. Oktober, 19.30 Uhr
Dr. Heinz Kapp, Singen, erinnert an die
Juden in der badischen Revolution – auf dem Weg zum freien Menschentum
Jüdische Gemeinde Konstanz, Obere Laube 48,
Eintritt frei
Sonntag, 10. Oktober, 11.30 Uhr
David Seldner erzählt
Die Geschichte einer badisch-jüdischen Familie
Matinee mit anschließendem israelischem Buffet in
der Jüdischen Gemeinde Konstanz, Obere Laube 48,
Eintritt frei
Mittwoch, 13. Oktober, 19.30 Uhr
Lea Fleischmann will das Judentum für Nichtjuden verständlich machen und erläutert die biblischen Speisegebote anhand ihres Buches
Heiliges Essen
vhs Konstanz, Katzgasse, Astoria-Saal, 5 €
Dienstag, 26. Oktober, 19.30 Uhr
Dr. h.c. Charlotte Knobloch spricht anlässlich des
70. Jahrestags der Deportation badischer Juden nach Gurs über
Heimat und Identität – Jüdisches Selbstverständnis
in Deutschland
Kulturzentrum Konstanz, Wessenbergstr. 43, Wolkensteinsaal, Eintritt frei. Anmeldung bei der Volkshochschule erforderlich!
Dienstag, 9. November, 19.30 Uhr
Der Schriftsteller Manfred Bosch spricht anlässlich
der Pogromnacht vor 72 Jahren mit der Zeitzeugin
Dr. Hannelore König über ihre
Jugend in der NS-Zeit in Wangen
Kulturzentrum Konstanz, Wessenbergstr. 43, Wolkensteinsaal. Eintritt frei
Mittwoch, 10. November, 19.30 Uhr
Erich Bloch: Das verlorene Paradies – Ein Leben am Bodensee 1897–1939
Vortrag und Lesung von Werner Trapp mit einer
sehr eindrücklichen Schilderung der Ereignisse in
der Pogromnacht 1938 in Konstanz und auf der Höri.
vhs Konstanz, Katzgasse, Raum 07. 5 €
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